Thermische Desinfektion: Ablauf, Temperatur und Grenzen
Thermische Desinfektion tötet Legionellen durch Hitze. Die mechanische Comprex® Reinigung entfernt die Beläge, die eine erneute Besiedlung begünstigen.
Bei der thermischen Desinfektion wird die Trinkwasser-Installation so aufgeheizt, dass an jeder Entnahmestelle mindestens 70 °C für mindestens 3 Minuten anliegen (DVGW W 551). Ziel ist es, Legionellen im Warmwassersystem abzutöten. Wichtig: Die thermische Desinfektion beseitigt nicht die Ursache. Biofilme, Ablagerungen und Korrosionsprodukte bleiben in den Leitungen und begünstigen eine erneute Besiedlung. Die mechanische Reinigung mit dem Comprex® Verfahren entfernt diese Beläge; die thermische Desinfektion ist ein davon getrennter hygienischer Schritt.
Ablauf einer thermischen Desinfektion
- Vorbereitung: Betreiber und ausführende Fachfirma abstimmen, Nutzer wegen Verbrühungsgefahr informieren, Anlagen- und Strangschema prüfen.
- Aufheizen: Trinkwassererwärmer und Speicher auf mindestens 70 °C bringen.
- Zirkulation sicherstellen: Zirkulationspumpen laufen lassen, damit auch Steig- und Zirkulationsstränge die Zieltemperatur erreichen.
- Entnahmestellen spülen: Jede Entnahmestelle nacheinander mindestens 3 Minuten mit mindestens 70 °C spülen – mit Verbrühungsschutz.
- Protokollieren: Temperatur und Spüldauer je Entnahmestelle dokumentieren.
- Nachkontrolle: Ergebnis bewerten, bei Bedarf mikrobiologische Probenahme veranlassen.
Die Durchführung gehört in die Hand von fachkundigem Personal. Wegen der Verbrühungsgefahr und der Dokumentationspflicht ist sie nichts für ungeschulte Anwender.
Temperatur und Haltezeit nach DVGW W 551
| Parameter | Wert nach DVGW W 551 |
|---|---|
| Speichertemperatur | ≥ 60 °C |
| Zirkulationsrücklauf | ≥ 55 °C |
| Warmwasser in der Verteilung (große Anlagen) | ≥ 60 °C |
| Desinfektionstemperatur an jeder Entnahmestelle | ≥ 70 °C |
| Mindest-Spüldauer je Entnahmestelle | ≥ 3 Minuten |
Grenzen der thermischen Desinfektion – und die Rolle der mechanischen Reinigung
Die thermische Desinfektion wirkt nur dort, wo tatsächlich mindestens 70 °C ankommen. Hydraulisch schlecht angebundene Stränge, Toträume, verkalkte oder verschlammte Leitungen sowie Niedertemperatur- und Wärmepumpensysteme erreichen diese Temperatur an allen Stellen oft nicht. Biofilme und Ablagerungen schützen Mikroorganismen zusätzlich, sodass die Wirkung häufig nur kurzfristig ist und es zur Wiederbesiedlung kommt.
Hier setzt die mechanische Reinigung an: Das Comprex® Verfahren gegen Legionellen entfernt Biofilme, Ablagerungen und Korrosionsprodukte mit kontrollierten Luft-Wasser-Impulsen aus der Installation. Dadurch verbessert sich die Voraussetzung dafür, dass hygienische Maßnahmen dauerhaft wirken. Comprex ist keine Desinfektion, sondern die mechanische Grundlage – etwa vor oder begleitend zur Reinigung der Trinkwasserinstallation.
Wiederkehrende Legionellenbefunde trotz Desinfektion? Dann lohnt der Blick auf die Ursache. Lassen Sie den Reinigungsbedarf Ihrer Trinkwasserinstallation prüfen.
Häufige Fragen zur thermischen Desinfektion
Wie oft ist eine thermische Desinfektion nötig?
Es gibt keine feste Frequenz. Die Häufigkeit richtet sich nach der Gefährdungsanalyse und dem Befund. Bei akutem Legionellenbefall wird sie als Sofortmaßnahme eingesetzt. Dauerhaft wirksam ist sie nur, wenn die Ursache – Biofilme, Ablagerungen und konstruktive Mängel – behoben wird.
Welche Temperatur ist für eine thermische Desinfektion nötig?
Nach DVGW W 551 müssen an jeder Entnahmestelle mindestens 70 °C für mindestens 3 Minuten anliegen. Der Speicher wird auf mindestens 60 °C, der Zirkulationsrücklauf auf mindestens 55 °C gehalten.
Wer darf eine thermische Desinfektion durchführen?
Die Durchführung gehört in die Hand von fachkundigem Personal oder einer Fachfirma. Wegen der Verbrühungsgefahr und der Dokumentationspflicht ist sie für ungeschulte Anwender nicht geeignet.
Ist eine thermische Desinfektion sinnvoll?
Als kurzfristige Maßnahme bei einem Legionellenbefall ist sie sinnvoll. Als Dauerlösung ist sie nur begrenzt geeignet, weil Biofilme und Ablagerungen zurückbleiben und eine erneute Besiedlung begünstigen.
Warum funktioniert die thermische Desinfektion bei Wärmepumpen oft nicht?
Niedertemperatursysteme erreichen an allen Entnahmestellen kaum die erforderlichen 70 °C. Ohne zusätzliche Nachheizung bleibt die Desinfektion deshalb unvollständig.
Was ist der Unterschied zwischen thermischer Desinfektion und mechanischer Reinigung?
Die thermische Desinfektion tötet Mikroorganismen durch Hitze ab, entfernt aber keine Beläge. Die mechanische Reinigung mit Comprex trägt Biofilme und Ablagerungen aus dem System aus. Häufig ist die Reinigung die Voraussetzung dafür, dass hygienische Maßnahmen dauerhaft wirken.
