Mikrobiologische Belastungen in Trinkwasserinstallationen

Pseudomonaden im Trinkwasser bekämpfen

In Trinkwasserleitungen können mikrobiologische Kontaminationen entstehen. Die Ursachen dafür sind bau-, betriebs- oder verfahrenstechnische Mängel. Pseudomonaden, insbesondere Pseudomonas aeruginosa, sind stäbchenförmige Bakterien. Sie können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich sein. Sie sind ein gefürchteter Krankenhauskeim mit Antibiotikaresistenz. Daher ist im Falle einer Kontamination schnelles Handeln gefragt.

Das Wichtigste in Kürze: Pseudomonas aeruginosa vermehrt sich in Trinkwasser-Installationen über Biofilme und Ablagerungen, besonders bei Stagnation und in selten genutzten Leitungen. Nach Trinkwasserverordnung darf der Keim nicht nachweisbar sein (Maßnahmenwert 0/100 ml). Am wirksamsten ist die mechanische Beseitigung der Biofilme – chemiefrei mit dem Comprex® Impulsspülverfahren. Pseudomonaden treten häufig gemeinsam mit Legionellen auf; mehr dazu unter Legionellenbekämpfung.

Keimbildung in Trinkwasserinstallationen

Wissenswertes über Pseudomonaden

Pseudomonas aeruginosa im Trinkwasser: Maßnahmenwert und Pflichten

Für Pseudomonas aeruginosa gilt nach Trinkwasserverordnung ein technischer Maßnahmenwert (Grenzwert) von 0 KBE in 100 ml – der Erreger muss im Trinkwasser nicht nachweisbar sein. Wird er nachgewiesen, ist der Betreiber zu Sofortmaßnahmen verpflichtet: Ursachenklärung, Sanierung und Nachbeprobung an den betroffenen Entnahmestellen.

Eine reine Desinfektion greift dabei oft zu kurz. Pseudomonaden sitzen in Biofilmen und Ablagerungen, in die Desinfektionsmittel nur oberflächlich eindringen – die Rückzugsräume der Keime bleiben erhalten. Nachhaltig wird die Kontamination erst beseitigt, wenn die Beläge selbst entfernt werden. Genau hier setzt unser Comprex® Impulsspülverfahren an: Es reinigt ausschließlich mit Druckluft und Wasser, trägt Biofilme und Inkrustationen mechanisch aus und kommt ohne Chemie aus.

So läuft die Pseudomonaden-Reinigung mit Comprex® ab

Jede Kontamination hat ihre eigene Ursache. Deshalb steht am Anfang die Analyse der Installation: betroffene Stränge, Entnahmestellen, Werkstoffe und Betriebsweise. Auf dieser Basis legen wir die Reinigungsabschnitte sowie die Ein- und Ausspeisepunkte fest.

Die Reinigung erfolgt abschnittsweise mit kontrollierten Luft-Wasser-Impulsen. Die dynamische Strömung löst Biofilme und Ablagerungen von den Rohrinnenwänden und trägt sie aus der Installation aus. Anschließend bewerten wir das Ergebnis und kontrollieren es über eine Nachbeprobung an den betroffenen Entnahmestellen. So entsteht die mechanische Grundlage für stabile hygienische Verhältnisse – ohne chemische Zusätze.

Woran erkennt man eine Pseudomonaden-Kontamination?

Eine Pseudomonaden-Kontamination zeigt sich nicht am Wasser selbst, sondern erst in der mikrobiologischen Untersuchung. Nachgewiesen wird Pseudomonas aeruginosa über eine Wasserprobe an der betroffenen Entnahmestelle. Nach Trinkwasserverordnung gilt ein Maßnahmenwert (Grenzwert) von 0 KBE in 100 ml – der Keim darf nicht nachweisbar sein.

Auffällig werden Installationen häufig bei wiederkehrenden Befunden, nach Umbau- oder Reparaturarbeiten oder in selten genutzten Leitungssträngen mit Stagnation. Wird der Grenzwert überschritten, ist der Betreiber zu Ursachenklärung, Sanierung und Nachbeprobung verpflichtet. Da sich die Keime in Biofilmen einnisten, ist die mechanische Entfernung dieser Beläge der entscheidende Schritt.

Häufig gestellte Fragen zu Pseudomonaden

Pseudomonaden sind stäbchenförmige Umweltbakterien, die natürlich in Wasser und Böden vorkommen. Die für die Trinkwasserhygiene wichtigste Art ist Pseudomonas aeruginosa – ein Nasskeim, der sich in Biofilmen und stehendem Wasser vermehrt. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann er gefährlich werden; nach Trinkwasserverordnung gilt ein Maßnahmenwert von 0 KBE in 100 ml.

Eine reine Desinfektion reicht meist nicht aus, weil Pseudomonaden in Biofilmen und Ablagerungen sitzen, die Desinfektionsmittel nur oberflächlich erreichen. Nachhaltig wird die Kontamination erst durch die mechanische Entfernung dieser Beläge beseitigt – laut DVGW-Arbeitsblatt W 557 der erste Schritt. Das chemiefreie Comprex®-Impulsspülverfahren trägt Biofilme und Inkrustationen nur mit Druckluft und Wasser aus.

Pseudomonas aeruginosa ist ein weit verbreiteter Boden- und Wasserkeim. Pseudomonaden können eine Vielzahl von Krankheiten auslösen, darunter Lungenentzündungen – verbunden mit hoher Sterblichkeit. Der Krankheitserreger besitzt von Natur aus Mehrfachresistenzen gegenüber Antibiotika und ist einer der häufigsten Krankenhauskeime. Besonders für Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann der Keim gefährlich werden.

Pseudomonaden werden im Gegensatz zu Legionellen nicht nur über Aerosole übertragen, sondern können auch durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen sowie direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Kontaminiertes Wasser ist dabei ein wichtiger Faktor.

„P. aeruginosa zeichnet sich durch Eigenschaften wie geringe Nährstoffansprüche, Wachstum in einem breiten Temperaturbereich sowie die Fähigkeit zur Biofilmbildung aus und ist in der Lage, sowohl in wasserführenden Systemen als auch in destilliertem Wasser zu überleben und sich zu vermehren.“ (Empfehlung des Umweltbundesamtes)

„Der Eintrag in das Trinkwassersystem kann über kontaminierte Materialien bei Bauarbeiten am Leitungsnetz oder bei Arbeiten an bestehenden bzw. neu errichteten Trinkwasser-Installationen erfolgen [6]. Als Folge eines Eintrages ist die Besiedlung verschiedenster Materialklassen wie Edelstahl, Kunststoffe, Weich-PVC oder Dichtmaterialien möglich, wobei neue Materialien ohne bestehenden Biofilm stärker besiedelt werden als Oberflächen mit einem vorhandenen Trinkwasser-Biofilm. Eine Vermehrung ist nur dann gegeben, wenn eine Nährstoffquelle vorliegt, z. B. auf der Oberfläche von Materialien ohne Eignung entsprechend DVGW W 270 [7, 8].“ (Empfehlung des Umweltbundesamtes)

Quellen für Kontaminationen in Trinkwasserinstallationen können nicht sachgerechte Baumaßnahmen oder Reparaturen sein.

Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik liegt bei bestimmungsgemäßem Betrieb, d.h. bei regelmäßiger Wasserentnahme, die Kaltwassertemperatur unterhalb 25 °C.

Probleme treten auf

  • wenn Kaltwasser mit über 25 °C zu warm ist – die Temperatur sollte idealerweise unter 20 °C betragen
  • wenn die Wärmedämmung der Rohrleitung nicht ausreichend ist – z.B. wenn Kalt- und Warmwasser-Zuleitungen zu eng beieinander oder zu nah an der Heizungsleitung liegen
  • bei nicht bestimmungsgemäßem Betrieb ohne regelmäßige Wasserentnahme

Die Desinfektion dient dem Abtöten und damit der Inaktivierung unerwünschter Mikroorganismen. Es ist zu unterscheiden zwischen Anlagen- und Trinkwasserdesinfektion.

  • Bei der Anlagendesinfektion wird die Trinkwasser-Installation außer Betrieb genommen. Es wird zwischen chemischer und thermischer Desinfektion unterschieden.
  • Bei der Trinkwasserdesinfektion dürfen nur Stoffe der Liste nach §11 der TrinkwV verwendet werden. Die Liste legt Reinheit und maximale Konzentration dieser Stoffe fest. Sie werden dem Trinkwasser kontinuierlich zudosiert.

Die Reinigung dient zum Entfernen von Verunreinigungen mittels Verfahren unter Einsatz von Wasser mit und ohne Zusätze (z.B. Luft oder Feststoffe). Dabei gilt es zwischen Neuanlagen, Reparatur und Bestandsanlagen zu unterscheiden.

  • Bei Neuanlagen und Reparatur sind Montage-Hilfsmittel und unvermeidbare Verunreinigungen auszutragen.
  • In Bestandsanlagen bilden sich mit der Zeit Ablagerungen und Biofilme. Sie bestehen aus organischen oder anorganischen Substanzen. Wenn diese die Beschaffenheit des Trinkwassers oder die Funktion der Anlage beeinträchtigen, ist eine Reinigung erforderlich.

„Für die chemische Desinfektion kommen Desinfektionsmittel wie Natriumhypochlorit, Chlordioxid und Wasserstoffperoxid zum Einsatz. Die Anwendungskonzentrationen zur Desinfektion der Anlage liegen deutlich über den zur Desinfektion des Trinkwassers nach der Trinkwasserverordnung zulässigen Konzentrationen. Die erforderlichen Reaktionszeiten oder Einwirkzeiten können bis zu 24 Stunden betragen.

Eine wirksame Konzentration des Desinfektionsmittels ist an jeder Entnahmestelle nachzuweisen und zu dokumentieren.“ Nach Abschluss der Desinfektion ist die Anlage bis zur völligen Entfernung des Desinfektionsmittels mit Trinkwasser zu spülen.

(Quelle: entsprechend twin Nr. 05, Stand April 2009)

Zur chemischen Desinfektion gibt es statische und dynamische Verfahren. Die Standdesinfektion hat mehrere Nachteile. Im Laufe der Einwirkzeit kommt es durch Reaktion mit den in der Rohrleitung vorhandenen Stoffen, beispielsweise bei Verunreinigungen, zu einer stetigen Abnahme der Desinfektionsmittelkonzentration (Zehrung). Die Wirksamkeit bei der Standdesinfektion lässt also zunehmend nach. Bei ausgeprägten Ablagerungen oder Biofilmen wirkt die Desinfektion nur oberflächlich. Rückzugsräume und Einnistungsmöglichkeiten von Mikroorganismen bleiben trotz Desinfektion erhalten.

„Da Desinfektionsmittel stark oxidierende Substanzen sind, kann es unter ungünstigen Umständen außerdem bereits bei einmaliger Anwendung zu einer Schädigung der in der Trinkwasser-Installation eingesetzten Werkstoffe (Metalle, Kunststoffe und Elastomere) kommen.“

(Quelle: twin Nr. 05, Stand April 2009)

Suspendierte oder im Wasser gelöst Verunreinigungen lassen sich ohne größere Schwierigkeiten aus der Trinkwasser-Installation herausspülen. Problematisch sind die unlöslichen und an der Innenoberfläche haftenden Ablagerungen und Biofilme.

Deshalb ist eine intensive mechanische Reinigung erforderlich, um diese Verunreinigungen auszutragen. Die Desinfektion kann eine ergänzende Maßnahme sein.

Es ist erforderlich, die Partikel oder Korrosionsprodukte durch Spülen oder andere Reinigungsmaßnahmen zu entfernen, da die Desinfektion die darin eingebetteten Mikroorganismen so gut wie nicht erreicht.

Die wichtigste Maßnahme zum Beseitigen von Verunreinigungen ist in jedem Fall die Reinigung.

Das Impulsspülverfahren Comprex® ist eine wirksame Reinigungsmaßnahme bei Pseudomonaden-Kontamination.

Das Impulsspülverfahren Comprex® reinigt intensiv nur mit Druckluft und Wasser. Es findet Anwendung bei festen Ablagerungen und Inkrustationen sowie mikrobieller Kontamination. Als Experten für die mechanische Reinigung wenden wir unser Comprex® Verfahren seit 1997 bei Rohrleitungen und Systemen an, seit 2005 bei Trinkwasserinstallationen.

Betreiber berichten oft, dass sie bei Kontaminationen lange nach einer wirksamen Lösung suchen. Erst nachdem verschiedene Maßnahmen keinen Erfolg hatten, wird eine Reinigung in Betracht gezogen. Dabei ist die mechanische Reinigung von Trinkwasserinstallationen etabliert und laut DVGW-Arbeitsblatt W 557 der erste Schritt zur Beseitigung einer Kontamination.

Pseudomonas aeruginosa kann bei entsprechender Exposition Infektionen auslösen, etwa der Atemwege, Wunden, Augen oder Harnwege. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Für gesunde Menschen ist das Risiko in der Regel gering. Da der Keim über kontaminiertes Wasser übertragen werden kann, steht bei einem Befund die Beseitigung der Kontamination in der Trinkwasser-Installation im Vordergrund.

Nach einem positiven Nachweis von Pseudomonas aeruginosa ist der Betreiber zu Sofortmaßnahmen verpflichtet: Ursachenklärung, je nach Fallkonstellation Meldung an das Gesundheitsamt, Sanierung und Nachbeprobung. Wie dringend gehandelt werden muss, hängt von Nutzung und Gefährdungslage ab. In sensiblen Bereichen wie Kliniken oder Pflegeeinrichtungen ist schnelles Handeln besonders wichtig. Je früher die Ursache – meist Biofilme und Ablagerungen – mechanisch beseitigt wird, desto stabiler bleibt das Ergebnis.

Die Reinigung erfolgt abschnittsweise mit kontrollierten Luft-Wasser-Impulsen und wird an die jeweilige Installation angepasst. Die Dauer hängt von Größe, Aufbau und Zustand der Anlage ab und wird im Vorfeld auf Basis einer Systemanalyse abgeschätzt. In vielen Fällen lässt sich die Reinigung ohne bauliche Eingriffe und mit begrenzter Betriebsunterbrechung umsetzen. Konkrete Angaben machen wir nach Sichtung der Installation.

Trinkwasser-Installation mit Pseudomonaden-Kontamination – chemiefreie Reinigung mit dem Comprex Impulsspülverfahren

Praxisbeispiele

PraxisbeispielPseudomonaden

Pseudomonaden in einem Ärztehaus

Die Reinigung und Desinfektion der Trinkwasser-Installation nach Kontamination mit Pseudomonaden
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PraxisbeispielPseudomonaden

Pseudomonaden in einer Hochschule

Eine Reinigung der Trinkwasser-Installation, die aufgrund Kontamination mit Pseudomonaden entstanden ist.
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